Deutsche Bahn-Unfälle oder Kollateralschäden

Wir haben in Deutschland ein Unternehmen, das öffentliche Aufgaben übernehmen soll und dennoch unternehmerisches Risiko tragen muss.

Wir Älteren kennen noch den Begriff Bundesbahn bzw. Deutsche Reichsbahn mit Beamten als Dienstleister, die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit garantierten. Ein Streikrecht war den Beamten nicht erlaubt.

Seit der Privatisierung und der Einführung gewagterer Techniken sind die Unfälle deutlich angestiegen. Unfälle an Bahnübergängen, Radreifenbrüche, Ausfall von Klimaanlagen in abgeschlossenen Zügen, Verspätungen u. s. w.

Zu Beginn der Bahnen in deutschen Landen wurde die Gefahr, die von den „rasenden“ Zügen ausging so hoch bewertet, dass ein Mensch mit Warnflagge vorausgehen musste.

Von diesen Anfängen bis zu den Hochgeschwindigkeitszügen steht eine rasante Entwicklung, die den Menschen als verantwortlichen Gestalter  auf den Zügen weitgehend überflüssig machte. Die Unfähigkeit der Lockführer, auf Ereignisse am Gleis zu reagieren lässt den Schluss zu, auch automatisch betriebene Züge fahren zu lassen.

Alle anderen, mir bekannten Verkehrssysteme müssen auf Sicht  gefahren werden. Selbst der Luftverkehr wird auf Sicht bewegt. Ist es nicht der Pilot, wird der Flug von einem Lotsen in der Flugzentrale geleitet und überwacht. Diesem Lotsen sind alle sich in gleichem Luftraum befindenden Flugkörper bekannt und auf einem Bildschirm sichtbar.

Nur die Bahn darf auf einem nicht besonders gesicherten Gleis so schnell fahren, dass eine Bremsung in Sichtweite nicht möglich ist. Als Falle oder erhöhter Schwierigkeit  für den kreuzenden   Verkehr  sind parallel zu den Gleisen dichte Hecken gepflanzt beziehungsweise  hohe Erdwälle aufgeschüttet.

Jedem Autofahrer wird in der Fahrschule gelehrt, die Gleise vor dem Kreuzen einzusehen und bei sich annähernden Zügen anzuhalten.

Bei den meisten Bahnübergängen kann man das Freisein der Gleise erst unmittelbar vor den Gleisen erkennen. Manchmal sind dann nur noch 2-3m bis zum Gleis. Das bedeutet selbst eine KFZ-Geschwindigkeit von ca. 20km/h ist zu schnell, um bei Annäherung eines Zuges rechtzeitig anzuhalten.

Jedes Jahr  sterben an den Gleisen Menschen und Tiere. Zugführer erleiden seelische Qualen, wenn sie eine Kollision erkennen und nicht vermeiden können. Ich meine das muss so nicht sein.

Die Bahnkörper könnten auf ganzer Länge mit stabilen Zäunen  wie Autobahnen eingezäunt, oder auf Stelzen gestellt werden. Die Hecken und Erdwälle an den Gleisen könnten soweit beseitigt werden, dass herannahende Züge weithin sichtbar sind. Oder die Züge fahren nur noch auf Sicht wie alle anderen Verkehrsteilnehmer.

Wenn  gegen die Menschlichkeit von Seiten der Bahn, mit den hohen Kosten für diese verbesserte Verkehrssicherheit argumentiert wird, sollte unser Staatswesen, das für unsere Sicherheit  zuständig ist, über eine Rückwandlung des Unternehmens von einem Privatunternehmen in ein Staatsunternehmen nachdenken.


Autor: Friedrich Müller, Bundesschriftführer


(Bildquelle: www.pixelio.de)