Kolumne: Wo leben wir?

Menschenfänger              (Bildquelle www.pixelio.de)
Menschenfänger (Bildquelle www.pixelio.de)

 

 

In welchem Land leben wir? Das fragt sich so mancher, wenn er sich die aktuellen Nachrichten anschaut. Es ist egal, in welchem Sender oder Medium er das tut, kann er hier nur kopfschüttelnd feststellen, dass täglich Dinge passieren, die man mit Vernunft und Menschenverstand nicht mehr erklären kann.

 

 

 


Eine Nachricht, die wir am 12.09.2014 über die Quelle Antenne Bayern gehört haben, hat uns doch sehr verwundert. Es ist kein Geheimnis, das es Schulen israelitischer Gemeinden in Deutschland gibt wovon eine, die SINAI-Schule in München nun für die Schlagzeile sorgte, dass diese Schule unter ständiger polizeilicher Aufsicht steht. Der Grund hierfür ist wenig spektakulär im Hinblick aktueller Auslandsnachrichten über Israel – die kürzlich angekündigten Terroranschläge. Schlimm genug schon deshalb, dass hier gezielt Kinder und Jugendliche mit extremer Gewalt konfrontiert werden, aber, wie es in der gleichen Meldung hieß, wurden diese Anschläge sowohl von links- wie auch rechtsextremen Gruppen angekündigt.

Wir denken, hier geht etwas in Deutschland auf komplett schiefe Bahnen. Wie wir aus den letzten Jahrzehnten wissen, sind das linke und rechte Lager zwei Gruppen, die sich in Gedanken nicht gerade nahe stehen. Mag auch die Motivation der Anschläge auf anderen Gründen beruhen, so ist es doch verblüffend, dass das angekündigte Ziel der Drohungen unterm Strich dasselbe Ergebnis darstellen.

Die FREIE UNION sieht darin eigentlich nur eines, das Versagen unserer Politik auf weitem Feld, wenn hierdurch Schulterschlüsse zwischen extremen Randgruppen ermöglicht werden. In Deutschland fehlt faktisch eine vernünftige liberale aber zielgerichtete Politik, die dem Mittelstand und dem Bürger Perspektiven gibt und eine Brücke in die Zukunft baut.

Der Mangel an Perspektiven zieht sich leider wie ein roter Faden durch alle Bereiche Deutschlands. Top-Nachrichten verkünden dieser Tage, dass man in Deutschland die IS verbieten wird – da als Terrorgruppe einzustufen ist. Was hierbei nicht erwähnt wird, ist, dass Deutschland nur als Erfüllungsgehilfe der USA dient und es ansonsten nicht zu einem Verbot gekommen wäre, wenn die USA nicht mit Kämpfen mit der IS im Irak konfrontiert wäre. Auch wenn der Schritt jetzt, da eine Terrorgruppe davon betroffen ist, durchaus als notwendig anzusehen ist, handelt es sich hier um nicht mehr als eine Symbolpolitik. Als ein Zeichen aus Deutschland, wie es auch der renommierte Islamwissenschaftler und Nahost-Experte Michael Lüders im Interview mit dem DLF bezeichnet.

Was leider in Deutschland viel zu spät diskutiert wird, genauso wie in anderen europäischen Ländern in denen Terroraktivisten rekrutier bar sind ist, dass hier meist Jugendliche die Waffe in die Hand nehmen und in das Gelobte Land ziehen um „ihre Heimat“ zu verteidigen. Wir reden hier über Menschen, die in Europa aufgewachsen sind, in Europa Schulen besucht haben, in Europa auch soziale Gemeinschaften gebildet haben. Diese Jugendlichen ziehen nun in „ihre Heimat“, was aber war Europa, was war Deutschland in all diesen Jahren für sie?

Darüber möchte die deutsche Regierung, das deutsche Parlament, nicht sprechen. Hier geht es um klares Versagen einer jahrzehntelanger Migrationspolitik, die trotz heftiger Kritiken, nicht nur von extremen Randgruppen, sondern wurden auch von vernünftig denkenden Menschen fundiert vorgetragen und generell mit Nichtbeachtung abgestraft.

Was uns dies bis heute brachte, sehen wir jetzt. Terrorzellen, die wir hier „züchten“ – die im Ausland gegen uns selbst wiederum zum Kampf eingesetzt werden. Das Hirngespinst der Rechten der Unterwanderung im eigenen Land – diese Gefahr bestand scheinbar nie. Die illusorische Fantasie der Linken der unverbrüchlichen Verbrüderung der Nationen und Kulturen ist gescheitert. Dies sieht man heute im Irak, der sich mit vielen Nationen und Kulturen im Kampfeinsatz befindet.

Wir müssen die Augen öffnen, Deutschland ist lediglich ein Sprungbrett in die große weite Welt. Dies durch extreme Toleranz und Liberalität, bis hin zur destruktiven Selbstzerstörung. Kein Land der Welt hat ähnlich lasche Rahmenbedingungen in Bezug auf Migration - und hier bitte gut aufpassen, Migration ist nicht gleich Asyl und Asyl selbst hat nichts mit Dauerhaftigkeit zu tun. Deutschland behandelt dieses Thema, wie manche Leute ihre Katze, die eher zu Tode getätschelt wird (die Tierschützer unter uns mögen mir diese Symbolik verzeihen), bzw. im Katzenkot der eigenen Wohnung erstickt.

Wie denken Sie darüber? Schreiben Sie uns Ihre Meinung an redaktion@freieunion.de.

Sehen Sie ein Thema in unserer Kolumne nicht erwähnt, so lassen Sie es uns wissen.

Autor: Oliver Koob

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