Verantwortung oder Verweigerung

Verweigerung ist keine Lösung (Bildquelle: www.pixelio.de, freestyle)
Verweigerung ist keine Lösung (Bildquelle: www.pixelio.de, freestyle)

 

 

Die blutigen Kriege und Konflikte, die zurzeit in der Welt ausgetragen werden, mögen die Menschen in einem sonst sehr schönen Sommer nur mit Bangen an sich heran kommen lassen. Die Kämpfe um Donezk und Damaskus, die Angriffe auf Tel Aviv und Tal Afar, die Schießereien in Ghardaia und Tripolis mögen Tausende Kilometer weit entfernt sein. Doch der Schlachtenlärm kommt näher, Wegschauen ist längst nicht mehr möglich, Wegducken geht nun nicht mehr.

Die Bemühungen der Politik um die Wiederherstellung des Friedens – und die Vorbereitungen der Wirtschaft für eine weitere Verschärfung der Sanktionen gegen Russland, zeigen immer deutlicher, dass man es sich nicht länger als friedfertige Handelsmacht in einer multipolaren Welt bequem machen kann. Man wird Verantwortung für die Krisenlösung übernehmen müssen.

 


Aber wie soll das aussehen? Die Ratlosigkeit und Hilflosigkeit des Westens im Umgang mit den immer brutaler ausgetragenen Kämpfe in der Ukraine, zeigte sich besonders nach dem Absturz der Abschuss der Boeing 777 der Malaysian Airlines über der Ostukraine. Die Demokratie wird in Europa zurzeit auf eine harte Bewährungsprobe gestellt und in anderen Teilen der Erde ist sie noch nicht einmal im Ansatz angekommen.

Gerade jetzt sollten die Bürger sich vor überhitzten, einseitigen Debatten und Schuldzuweisungen hüten. Es sind immer Menschen, die zu Schaden kommen und die FREIE Union hat den Menschen gemäß des Grundgesetzes in den Mittelpunkt ihrer Politik gestellt, egal wo diese leben. Hass und Rachsucht verhindern den Frieden, das scheint in Vergessenheit geraten zu sein. Wieviel Dummheit, Machtstreben und Verachtung menschlichen Lebens müssen die gepeinigten Opfer noch hinnehmen, bis die Aggressoren auf allen Kriegsschauplätzen kapieren, dass am Ende alle nur Verlierer sein können?

Jeden Tag sehen wir fanatische und meist in Guerillakämpferkluft vermummte, junge Männer mit schwerem Geschütz über unsere Bildschirme flimmern, die irgendeinem verwirrten Hassprediger folgen oder glauben, dass sie mit einer Kalaschnikow die Welt gerechter schießen könnten.

Was mögen diese Bilder für unsere Kinder bedeuten? Können sie irgendwann noch zwischen der grausamen Realität und den Computer-Aktion-Spielen unterscheiden, die sie leider viel zu oft konsumieren? Wir müssen den Kampf gegen die Verrohung der Menschen aufnehmen und genau hinsehen, wem wir vertrauen können, um nicht in eine Spirale von Hass und Angst zu geraten.

Auch an anderer Stelle rüstet sich die Wirtschaft für einen Krieg: Sicherheitschefs großer deutscher Unternehmen stellen sich auf Spionage- und Sabotageakte aus dem Internet ein. Spätestens seit den Enthüllungen des früheren NSA-Agenten Edward Snowden wissen sie, dass Deutschlands High-Tech-Unternehmen zu den Top-Zielen ausländischer Geheimdienste zählen. Daimler hat sogar eine Spezialeinheit von Hackern aufgebaut, die das Firmennetz permanent attackiert, um Sicherheitslücken und Schwachstellen ausfindig zu machen. Die Geschichte ist so spannend wie das Katz- und Maus-Spiel selbst.

Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen hat den US-Geheimdiensten Rechtsbruch in Deutschland vorgeworfen. Wenn die US-Dienste in Deutschland Datenleitungen anzapften oder gar menschliche Quellen führten, verstießen sie gegen deutsches Recht, sagte der oberste Verfassungsschützer der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Ausgabe vom 28.07.2014). „Da sage ich: Jetzt ist das Maß voll, das können wir nicht akzeptieren.“ In Deutschland müsse deutsches Recht eingehalten werden.

Das wissen die Amerikaner auch - nur wer setzt das Recht durch? Mittlerweile bespitzelt jeder jeden und die Schamgrenze für solche Vergehen steht auf null.

Große Firmen wie Daimler können sich durchaus hochqualifizierte Fachleute leisten, die sich um den Schutz von Firmendaten im Netz bemühen. Was aber machen die Bürger, die einfach pauschal ausspioniert werden, weil eine genaue Trennung von Daten nach Prioritäten nicht mehr möglich ist?

Egal ob NSA oder Hobby-Hacker, unsere Daten sind, im Internet nicht sicher. Inzwischen sind die Privatsphäre oder Daten kleiner Unternehmens sehr gut zu schützen, wenn einige Grundregeln umgesetzt werden.

So versprechen uns Verlage eine Literatur, die in verständlichen Worten erklären soll, welche Techniken Datendiebe anwenden, und wie sich die Bürger dagegen wehren können. Wie Sie Ihre Emails verschlüsseln, sich in der Cloud niederlassen können oder eine Versicherung gegen Cyber-Kriminalität abschließen. Des einen Not - ist des anderen Brot! Bei aller Modernität hat sich an dieser Regel bis heute nichts geändert.

Ist am Ende etwa Verweigerung durch die Nutzer die Lösung? Wenn dies der einzige Schutz sein wird und die Verbraucherzahlen sinken, wird die Politik aufwachen und die Wirtschaft sichere Systeme schaffen.

 

Autorin: Helga M. Hummel

 

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