Es fühlt sich an, wie das Warten auf den Weihnachtsmann...

Bildquelle: pixelio
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Ganz Deutschland ist im Wartezustand. Die einen warten auf die neue

Bundesregierung und die anderen, besonders die Kinder auf den Weihnachtsmann.

Von der Gefühlslage her ähneln sich die beiden Warteschlaufen und sind kurz auf

einen Nenner zu bringen: „Kommt Zeit, kommt Rat!“

Zumindest hat der Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und der SPD nun einen

wohlklingenden Titel bekommen:

„Deutschlands Zukunft gestalten“ und der Inhalt ist nachzulesen über nachfolgenden Link:

https://www.cdu.de/sites/default/files/media/dokumente/koalitionsvertrag.pdf

 

 

 

 

Jede Bürgerin und jeder Bürger kann sich nach der Lektüre von 185 Seiten selbst ein Bild

davon machen, was auf uns zukommen könnte. Noch ist die Mitgliedschaft der SPD das

Zünglein an der Waage dafür, ob wir regierungslos unter dem Weihnachtsbaum sitzen

werden oder doch schon über eine neue Regierungverfügen werden.

Die FREIE UNION möchte hier nicht auf alle 8 Gliederungspunkte eingehen,

sondern aus aktuellem Anlass sich einmal nur mit dem Punkt 1.2. Bildung und Forschung

befassen, weil dieser Punkt nun wirklich der Schlüssel zu unserer Zukunft ist.

Passend dazu kam dieser Tage auch die neue PISA-Studie an die Öffentlichkeit und hat

den deutschen Schülern und Lehrern zu Glücksmomenten verholfen. 13 Jahre nach dem

Pisa-Schock gibt der jüngste Bildungsvergleich unter OECD-Ländern teilweise Entwarnung.

Die deutschen Kinder sind wieder guter Durchschnitt.

Herzlichen Glückwunsch zunächst an die Schüler und dann an die Lehrer und zuletzt an die

Bildungspolitiker.

Letztere klopfen sich nun gegenseitig auf die Schultern, dass der Eindruck entsteht, es sei

IHR Verdienst, dass die Kinder diesen Erfolg errungen haben.

Die FREIE UNION meint hingegen, es ist hauptsächlich den 15-jährigen Schülerinnen und

Schülern zu verdanken, dass das Pisa-Ergenis so positiv für Deutschland ausfiel.

Grund genug im vorgelegten Koalitionsvertrag einmal nachzuprüfen, wie die voraussichtlichen

Regierungsparteien die Bildungssuchenden in ihrem Streben nach mehr Wissen unterstützen

wollen?

Die FREIE UNION hat schon in ihrem Programm 2009 IV. 1. a mehr Beachtung der kindlichen

Bedürfnisse durch die Politik gefordert. Das betrifft in hohem Maße auch ihre Bildungschancen.

Der Abschnitt 1.2 im Koalitionsvertrag liest sich wie eine Aufreihung vergangener Versäumnisse

im Bildungsbereich.

Alle Verbesserungen, die dort zu lesen sind werden selbstverständlich auch von der Freien Union

gewürdigt, sofern sie denn zum Tragen kommen. Sie sollen die Bildungssituation in Deutschland

verbessern helfen, die bekanntermaßen rückständig und trotz unzähliger Reformen nicht auf der

Höhe der Zeit war.

Hier legt die  FREIE UNION  besonderen Wert auf die Bildungsgerechtigkeit. Kein Kind darf

zurückgelassen werden egal aus welchem Elternhaus es stammt. Die Chancengleichheit muss

gefördert werden und gewährleistet sein.

Hier sind neben der Politik auch die Gesellschaft und die Elternhäuser selbst gefordert.

Die junge Generation wird den Wohlstand des Landes und ihren persönlichen Wohlstand nur

dann sichern können, wenn ihnen die Möglichkeit durch Aus-Bildung dazu gegeben wird.

Die besondere Betonung auf die gewünschte Gleichbehandlung von Mädchen im Bildungsangebot

lässt auch vermuten, dass hier in der Vergangenheit nicht genügend auf die individuellen

Fähigkeiten von Mädchen eingegangen wurde.

Trotzdem haben die Mädchen es geschafft, enorm aufzuholen und stürmen schon seit geraumer

Zeit die Universitäten.

Es ist deshalb kontraproduktiv wenn deutsche Zeitungen in großen Lettern ihre Pisa-Berichterstattung

mit dem Schlagwort: „Mathe macht Mädchen Angst“ überschreiben. Sie bedienen damit wieder ein

Vorurteil das der Chancengleichheit widerspricht. Wenn man von vornherein Mädchen das Talent für

Mathe abspricht, hinterlässt das Spuren in ihrer Psyche.

Welches Mädchen möchte sich schon mit einem Thema befassen, von dem ihm ständig gesagt wird,

dass sie es ohnehin nicht kann. Das passt vor allem nicht mehr in ein Zeitalter in dem darüber geklagt wird,

dass Frauen zu selten in Führungspositionen zu finden sind.

Ausgerechnet von Bildungsministerin Wanka kommt dieser Hinweis.

Zu befürchten ist auch, dass sich angesichts der günstigen Zahlen demnächst schon wieder andere Prioritäten

beiden Bildungspolitikern durchsetzen, schreibt die SÜD WEST PRESSE. Wenn sich, wie Johanna Wanka

betont,„die Risikogruppen verringern“ und die „Tendenzen zu mehr Bildungsgerechtigkeit verstärkt“ haben,

dürfte sich das Augenmerk ihrer Kollegen mehr auf andere Gruppen richten, von der auch in den Kommentaren

der OECD-Experten auffallend oft die Rede ist. „Es gibt einen Nachholbedarf bei der Förderung der Leistungsstarken“,

sagt die Bildungsministerin. 

Was sagt uns das? Von der im Koalitionsvertrag herbeigeschriebenen „Bildungsgerechtigkeit“ bleibt dann nicht

mehr viel übrig und die Schere zwischen „bildungsfernen“ und “bildungsnahen“ Familien klafft wie eh und je

auseinander.

 „Man kann einem Menschen nichts lehren. Man kann ihm nur helfen, es selbst in sich zu entdecken“

(Galileo Galiei)

Eine ganzheitliche Bildungsstruktur, so wie sie leider nur andeutungsweise im Koalitionsvertrag

zu erkennen ist, könnte den Kindern die notwendige Freude am lernen vermitteln.

Was bleibt - weiter abwarten bis auch der letzte Koalitionspunkt in Stein gemeißelt ist?

Die FREIE UNION begleitet mit Wachsamkeit und Interesse die weiteren Entwicklungen der Regierungsbildung

und scheut sich nicht, da wo es angebracht ist ungeklärte Fragen und auch Forderungen zu stellen.

 

Eine frohe Adventszeit wünscht Ihnen,

 

Helga M. Hummel, Bundesvorsitzende FREIE UNION 

 

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